Fachthemen (92/92)

EPOCH Practice veröffentlicht Bericht zum Münchner Studienbesuch.

 

 

‚Some politicians repeatedly proclaim that social spending must first be generated—but this statement, from a macroeconomic, historical, and developmental-psychological perspective, is simply marked by undercomplexity: before young people can earn anything at all, they must first be born, loved, raised, and—if we may put it this way—educated. And for that, young people first need a safe home and a roof over their heads‘: So fasst die Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern eine Erkenntnis zusammen, die vom 21. bis 22. Oktober 2025 EPOCH Practice bei rund 31 europäische Partnerinnen und Partner in München im Kontext eines reichhaltigen und inspirierenden Studienbesuches reifen konnte. Organisiert von Feantsa, der Bundesarbeitsgemeinhschaft Wohnungslosenhilfe e.V., dem Bundesministerium für Wohnungswesen, Stadtentwicklung und Bau, der Landeshauptstadt München sowie der Arbeitsgemeinschaft Wohnungsnotfallhilfe München und Oberbayern/ Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern setzten sich 31 europäische Partnerinnen und Partner mit dem System der Wohnungsnotfallhilfe auf kommunaler, Landes- und Bundesebene auseinander und konnten in verschiedenen Einrichtungen hospitieren, um auch die praktische Arbeit kennenzulernen. Der Bericht von diesem Studienbesuch steht nun dem breiteren Publikum zur Verfügung geht auf den Journey ein und fasst die gewonnen Erkenntnisse zusammen.

 

zum Studienbericht

Leitfaden des BBSR zur Unterbringung wohnungsloser Menschen veröffentlicht- BAG W bezieht Position.

BBSR - Das Bundesinstitut

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) einen Leitfaden zur Unterbringung wohnungsloser Menschen veröffentlicht. Er wurde in einem breit angelegten Prozess von einem interdisziplinären Expertenkreis erarbeitet- unter Einbeziehung von Kommunen, Ländern, Fachpraxis, Wissenschaft sowie Menschen mit eigener Unterbringungserfahrung. Der Leitfaden richtet sich gezielt an Städte und Gemeinden, die für die ordnungsrechtliche Unterbringung wohnungsloser Menschen verantwortlich sind. Er möchte praxisnahe Orientierung in einem komplexen Aufgabenfeld, das von verfassungs- und menschenrechtlichen Vorgaben über Polizei- und Ordnungsrecht bis hin zu sozialrechtlichen Ansprüchen reicht, bieten. Im Mittelpunkt stehen konkrete Empfehlungen für die kommunale Praxis: Wie lassen sich Unterkünfte menschenwürdig, bedarfsgerecht und integrationsorientiert gestalten? Wie können Konflikte reduziert, Unterbringungszeiten verkürzt und Übergänge in dauerhaften Wohnraum erleichtert werden? Der Leitfaden bündelt hierzu aktuelle Rechtsprechung, bewährte Praxisbeispiele und fachliche Standards. Besonderes Augenmerk legt die Veröffentlichung auf vulnerable Zielgruppen, den Schutz vor Gewalt, auf Kälte- und Hitzeschutz sowie auf strategische Fragen der Planung und Steuerung. Damit möchte der Leitfaden Kommunen nicht nur bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten unterstützen, sondern auch dabei, langfristig tragfähige und wirtschaftliche Lösungen im Umgang mit Wohnungslosigkeit zu entwickeln. Der Leitfaden ist ein Baustein zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit ‚Gemeinsam für ein Zuhause‘ und soll Kommunen dabei helfen, wohnungslose Menschen würdevoll unterzubringen und zugleich den Weg zurück in eigenen Wohnraum zu ebnen.

 

zum Leitfaden

 

 

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) begrüßt, dass mit dem Leitfaden bundesweit eine fachliche Orientierung zur Unterbringung wohnungsloser Menschen vorliegt. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass Empfehlungen nicht ausreichen. Es geht darum, die Praxis der ordnungsrechtlichen Unterbringung menschenwürdig und rechtssicher auszugestalten und zwar für alle Menschen, die darauf angewiesen sind. Notversorgung ist ein unabdingbarer Baustein zur Bewältigung existentieller Notlagen. Sie ist allen Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind, zu gewähren, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Aber sie darf weder den Zugang zu eigenem Wohnraum ersetzen, noch zur Verfestigung von Wohnungslosigkeit beitragen. Wohnungslosigkeit muss durch Prävention sowie durch die Ausweitung des Bestands preiswerter Wohnungen wie den Bau von Sozialwohnungen überwunden werden. ‚Die ordnungsrechtliche Unterbringung ist eine Notversorgung. Sie muss bundesweit menschenwürdig, rechtssicher und mit Zugang zu weiterer Unterstützung ausgestaltet werden. Dafür sind klare politische Entscheidungen und verbindliche Standards erforderlich‘, betont Sabine Bösing, Geschäftsführerin der BAG W.

 

zur PM der BAG W

 

zur gutachterlichen Stellungnahme der BAG W

 

zum Notversorgungskonzept der BAG W

 

 

 

Für Bayern wurden auf ministerieller Ebene u.a. in Mitwirkung der Koordination Wohnungslosenhilfe Nord- und Südbayern eigene Empfehlungen für das Obdach- und Wohnungslosenwesen im Freistaat entwickelt:

 

zu den Empfehlungen für den Freistaat Bayern

 

Bundestagung der BAG W: Gemeinsam für Menschenwürde- Solidarität- Wohnung- Rechtsanspruch vom 19.- 21.11.2025 in Berlin unter Beteiligung der Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern zu Lobbyarbeit und Fachstellenfinanzierung.

 

 

In Zeiten, in denen Abschottung und Verdrängung den politischen Ton bestimmen, setzte die BAG W-Bundestagung ein klares Zeichen für den Sozialstaat und den Schutz der Menschenwürde. Im Mittelpunkt standen der Nationale Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit, die Herausforderungen durch öffentliche Einsparungen sowie die Realität der Wohnungsversorgung zwischen Profitorientierung und Diskriminierung. Am neuen Veranstaltungsort, dem Tagungszentrum der Urania Berlin, trafen sich Fachkräfte der Wohnungsnotfallhilfe, Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungsnot, um gemeinsam Antworten auf drängende Fragen zu finden und sich für solidarisches Handeln und die ungeteilte Menschenwürde als Grundpfeiler unserer Demokratie einzusetzen.

Zur Dokumentation der Bundestagung:

zu den Vorträge und Foren

zu den Arbeitsgruppen 

Gemeinsam gelingtʼs: Gute Praxis der Kooperation zwischen Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungswirtschaft- eine Broschüre der BAG W, BAGFW und GdW.

       Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) e. V.      Bilder und Logos - Die Wohnungswirtschaft Deutschland

 

Die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt sind groß- und sie betreffen Viele: Menschen, die ihren Wohnraum verlieren, Kommunen, die nach Lösungen suchen, Wohnungsunternehmen, die vor komplexen Herausforderungen stehen. In dieser Situation wird immer deutlicher: Nur gemeinsam lassen sich Wege finden, Wohnungslosigkeit zu überwinden, Wohnraum zu sichern und Menschen (wieder) ein Zuhause zu geben. Der Nationale Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit der Bundesregierung bringt das Thema der Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland auf die politische Agenda. Bund, Länder, Kommunen, Sozialträger, Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten dafür in verschiedenen Maßnahmen zusammen. Wie die Zusammenarbeit zwischen Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungswirtschaft konkret gelingen kann, zeigt diese Broschüre der drei Verbände BAG W, BAGFW und GdW mit dem Anliegen, erfolgreiche Praxisbeispiele sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und Kooperationen bundesweit weiter zu stärken- für mehr Schutz vor Wohnungsverlust, und eine erfolgreiche Wohnraumversorgung für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Die Broschüre zeigt, wie vielfältig erfolgreiche Kooperationen zwischen Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungswirtschaft bereits sind- und wie gewinnbringend sie für alle Beteiligten wirken. Die vorgestellten Kooperationen spiegeln dabei die unterschiedlichen Bedingungen vor Ort wider- in Großstädten und ländlichen Regionen, in angespannten Wohnungsmärkten ebenso wie in Gebieten mit Leerstand. Überall beweisen engagierte Fachkräfte, dass Kooperation kein Zufall ist, sondern das Ergebnis von Dialog, Vertrauen und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen und gute Lösungen zu finden.

 

zur Broschüre Gemeinsam gelingt’s der BAG W, BAGFW und GdW

Fachtag ‚Zugang. Zukunft. Zuhause. Innovative Ansätze für den Zugang wohnungsloser Menschen zu bezahlbarem Wohnraum‘ am 15. Oktober 2025 vom DW Bayern e.V. zusammen mit dem FEWS in Nürnberg und digital mit Beteiligung der Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern.

                                  

 

 

Der Fachtag wurde gemeinsam vom Diakonischen Werk Bayern e.V. (DW Bayern) und dem Fachverband Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) veranstaltet und richtete sich an folgende Zielgruppen: Kommunen und Verwaltungen, Politik, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft, Menschen mit Wohnungslosigkeitserfahrung und die freie Wohlfahrtspflege- die Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern war auf dem Podium vertreten und konnte Impulse zur den Fachtag abrundenden Fachdiskussion beitragen.

 

zum Programm

 

zur Tagungsdokumentation

Digitales Fachforum Prävention der BAG W am 04.09.2025 mit einem Beitrag der Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern

           

 

Der Erhalt von Wohnraum und die Verhinderung von Wohnungslosigkeit sind zentrale Anliegen der Wohnungsnotfallhilfen. Bundesweit werden sowohl bewährte Konzepte als auch innovative Ansätze entwickelt, um Menschen frühzeitig zu erreichen und ihnen Zugang zu Informationen sowie Unterstützungsangeboten zu ermöglichen. Unter dem Titel ‚Rahmenbedingungen für den gelingenden Wohnraumerhalt und die Verbreitung erfolgreicher Konzepte‘ widmete sich das Fachforum Prävention der BAG W der Frage, wie erfolgreiche Strategien flächendeckend umgesetzt werden können. Obgleich im aktuellen Koalitionsvertrag neben Instrumenten der Wohnraumschaffung und Mietpreisbremse auch Änderungen im Rahmen der Schonfristzahlung angekündigt sind, zeigt die Erfahrung, dass Angebote im Bereich der Prävention auch bei erfolgreicher Umsetzung der angekündigten Maßnahmen unabdingbar sind. Umso wichtiger bleibt es, zu fragen: Welche gelingenden Konzepte werden lokal umgesetzt? Wie gestalten sich neue innovative Projekte? Und wie kann es uns gelingen, gute lokale Konzepte bundesweit umzusetzen? Im digitalen Fachforum gab es zunächst einen Einblick, welche Rahmenbedingungen benötigt werden, um Wohnungsverluste effektiv verhindern zu können. Im Anschluss wurden vier lokale Angebote präsentiert. Anhand der bewährten Konzepte bot sich in Arbeitsgruppen die Möglichkeit, sich zu vernetzen und wichtige Fragen zu adressieren. Den Abschluss fand das Fachforum in der Diskussion eines innovativen Präventionsprojektes, welches das Ziel verfolgt, Schüler*innen noch vor der Eskalation eines Wohnungskonfliktes zu erreichen und zu unterstützen.

 

zur Dokumentation des Fachforums

Überbrückungsleistungen für Unionsbürger*innen- Argumentationshilfe zur Anwendung der Leistungen gemäß § 23 Absatz 3 Satz 3 bis 6 SGB XII.

Social Media Streetwork

 

Die Arbeit zur Unterstützung von Unionsbürger*innen ist in vielen Angeboten der Wohnungsnotfallhilfen eine essenzielle Aufgabe. Dabei gestaltet sich die Beratung aufgrund der sozialrechtlichen und aufenthaltsrechtlichen Situation anspruchsvoll. Die Argumentationshilfe unterstützt dabei, ratsuchende Unionsbürger*innen in existentieller Notlage, die nicht über vorrangige Leistungsansprüche verfügen, auf dem Weg hin zur Gewährung von Überbrückungsleistungen gemäß § 23 Absatz 3 Satz 3 bis 6 SGB XII zu begleiten.  Die Argumentationshilfe zeigt die Anwendbarkeit sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf und dient der Orientierung in der komplexen Rechtslage und der bundesweit uneinheitlichen Verwaltungspraxis.

 

zur Argumentationshilfe der BAG W

 

zu den Positionspapieren der BAG W im Kontext Migration

5 Jahre Clearingstelle Gesundheit: Eine Bilanz- Fachtag von Condrobs e.V. am 17.07.2025 im Eine Welt Haus in München mit Beteiligung der Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern.

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Anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens bot die Jubiläumsfeier der Clearingstelle Gesundheit am 17. Juli 2025 im Eine Welt Haus München einen fundierten Einblick in die Hilfsangebote und medizinische Versorgung von nicht krankenversicherten Menschen. Im Zentrum des Fachvormittags standen strukturelle Herausforderungen und die sozialpolitische Bedeutung dieser Arbeit. Fachvorträge, Erfahrungsberichte und eine Podiumsdiskussion beleuchteten zentrale Fragen zur Gesundheitsversorgung in prekären Lebenslagen und zeigten, wie gelebte Solidarität, kommunale Verantwortung und zivilgesellschaftliches Engagement konkrete Verbesserungen ermöglichen.

 

zur Dokumentation des Fachtages

 

zum Beitrag der Geschäftsführung der ARGE München und Oberbayern/ Koordination Wohnungslosenhilfe Südbayern zur Gesundheitsversorgung von Unionsbürger*innen im Wohnungsnotfall

Fachtag des AK Wohnen+ in der Planungsregion 18 in Oberbayern: ‚Wohnraum. Leistbar. Schaffen.‘ am 03.07.2025 im Lokschuppen in Rosenheim.

            

 

Im Jahr 2018 hat der Arbeitskreis Wohnen+ in der Planungsregion 18 in Oberbayern seine Arbeit aufgenommen. Er beschäftigt sich regelmäßig mit der Herausforderung, wie die Strukturen der Wohnungsnotfallhilfe optimiert und darüber hinaus leistbarer Wohnraum geschaffen werden können. Nachdem Horst Seehofer bereits im Jahr 2018 feststellte, dass Wohnen ‚die soziale Frage des 21. Jahrhunderts‘ ist, versucht sich nun die dritte Bundesregierung daran, eine Trendwende am Mietwohnungsmarkt zu erreichen. Während bei der Fertigstellung von Wohnraum und der Erteilung von Baugenehmigungen die Zahlen noch immer sinken, nimmt die Zahl von Wohnungslosigkeit betroffener und bedrohter Menschen in Bayern weiter zu. Wie müssen die Antworten auf den drängenden kommunalen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum lauten?

 

Angesichts der Herausforderungen am Mietwohnungsmarkt ist es mehr denn je geboten, alle Möglichkeiten unter den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen auszuloten. Vor allem gilt es zu formulieren und zu adressieren, wo, in Anbetracht explodierender Bodenpreise und entsprechender Spekulationsgewinne, dringend Veränderungen angestoßen werden müssen. Der AK Wohnen+ in der Planungsregion 18 hat nun mit diesem Fachtag versucht,  diese Herausforderungen zu adressieren und jeglicher Resignation beherzt und entgegen zu treten.

 

zu Einladung,  Programm und Ergebnissicherung:

 

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Paritätischer Armutsbericht 2025: Arme werden ärmer.

Paritätischer Armutsbericht: Verschärfung der Armut - Der Paritätische - Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege

 

Einkommensarme Menschen sind in den vergangenen Jahren ärmer geworden, so das Ergebnis des neuen Paritätischen Armutsberichtes. Während das mittlere Einkommen von Personen unterhalb der Armutsgrenze im Jahr 2020 noch bei 981 Euro im Monat lag, waren es im Jahr 2024 preisbereinigt nur noch 921 Euro. ‚Die Zahlen belegen, was viele Menschen mit geringem Einkommen schon lange im Alltag spüren: Die Armen werden ärmer‘, so Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. ‚Die Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre verschärfen die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage von Millionen Betroffenen. Die neue Bundesregierung muss die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung jetzt ganz oben auf die Agenda setzen!‘ Der Paritätische sieht neben besseren Erwerbseinkommen insbesondere Handlungsbedarf bei der Bekämpfung von Wohn- und Familienarmut, der Stärkung der Rentenversicherung und dem Ausbau der Grundsicherung. Insgesamt müssen 2024 dem neuen Armutsbericht zufolge 15,5 Prozent der Bevölkerung zu den Armen gezählt werden. Die Armutsquote stieg um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr an. Von Armut betroffen sind dabei insbesondere Alleinerziehende, junge Erwachsene und Rentner*innen, wobei die Altersarmut stark weiblich geprägt ist. Der Armutsbericht weist auch die Zahl derer aus, die in erheblicher materieller Entbehrung leben: 5,2 Millionen Menschen – darunter 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche sowie 1,2 Millionen Vollzeiterwerbstätige – können sich etwa nicht leisten, die Wohnung warm zu halten oder alte Kleidung zu ersetzen. Der Bericht zeigt im Vergleich der Bundesländer große regionale Unterschiede: Während in Bayern nur etwa jede achte Person von Armut betroffen ist (11,8 Prozent), ist es in Sachsen-Anhalt mehr als jede fünfte (22,3 Prozent) und in Bremen sogar jede vierte Person (25,9 Prozent). Positiv entwickelt hat sich die Zahl der Erwerbstätigen in Armut: Hier zeigt der Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes einen leichten Rückgang. Ausschlaggebend für diese Verbesserung sei aus Sicht des Verbandes die Erhöhung des Mindestlohnes sowie die Reform des Wohngeldes.

 

zum Armutsbericht des Paritätischen