Sie sind hier: Fachthemen Gesundheit

Empfehlung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge für eine Kooperation sozialer und gesundheitsbezogener Hilfen

Mit diesen Empfehlungen will der Deutsche Verein Lösungsansätze für eine Verbesserung des Zugangs zu einer gesundheitlichen Versorgung für wohnungslose Menschen aufzeigen. Es werden Lösungen für eine Kooperation zwischen öffentlichen und freien Trägern des Sozialwesens und Trägern des Gesundheitswesens zur Versorgung kranker wohnungsloser Menschen vorgestellt.
Download hier


Fachag zur SEEWOLF-Studie in München

Wohnungslosenhilfe – „Psychiatrie-light“ oder bedarfsgerechte Versorgung von Menschen in besonderen Lebenslagen? - Mit den Ergebnissen der SEEWOLF-Studie.

Die SEEWOLF-Studie (Seelische Erkrankungsrate in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Großraum München) ist die bisher größte Wohnungslosen-Studie Deutschlands. Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar der TU München haben hierfür zwischen 2010 und 2012 232 Menschen befragt, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Großraum München untergekommen sind. Die im Durchschnitt 48 Jahre alten Befragten gaben unter anderem Auskunft über ihre Herkunft und Familie und wurden körperlich und psychologisch untersucht. Ziel der Studie war es laut TU München, zu analysieren, inwieweit die aktuellen Versorgungsstrukturen den Bedürfnissen wohnungsloser Menschen gerecht werden und welche Maßnahmen nötig wären, um die Betreuung zu verbessern. Bei 75 Prozent der Befragten sahen die Wissenschaftler Bedarf für eine psychiatrische Behandlung, die entsprechende Therapie erhalten viele jedoch nicht.

Eine Zusammenfassung der Seewolf-Studie können Sie hier [445 KB] herunterladen.

Update August 2017: Die detaillierten Ergebnise der "SEEWOLF-Studie - Seelische Erkrankungsrate in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Großraum München" wurden in einem Buch veröffentlicht. Weitere Informationen hier


Fachkonferenz SEEWOLF-Studie... und dann?

Die Ergebnisse der Studie, die sich mit der seelischen Erkrankungsrate in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe am Beispiel München beschäftigt, wurde im Rahmen der Fachkonferenz „SEEWOLF-Studie…und dann?“, die die Koordination Wohnungslosenhilfe Nordbayern zusammen mit dem Caritasverband für die Diözese Würzburg in Würzburg veranstaltet hat, vorgestellt.

In München hatte die Vorstellung der SEEWOLF-Studie und das Symposium „Wohnungslosenhilfe – Psychiatrie light“ im Juli 2014 für große Aufmerksamkeit gesorgt. Vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe in Nordbayern war die Teilnahme jedoch nicht möglich gewesen. Daher wurde kurzfristig die Fachkonferenz zum Thema speziell für Nordbayern angeboten, um auch den nordbayerischen Fachkräften Gelegenheit zur Information und Diskussion zu geben. Mehr als 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Ober-, Unter- und Mittelfranken sind dem Ruf gefolgt, darunter Vertreter psychiatrischer Fachkliniken und Beratungsstellen sowie der nordbayerischen Bezirke.

Zur Dokumentation der Fachkonferenz zur SEEWOLF-Studie

Update August 2017: Die detaillierten Ergebnise der "SEEWOLF-Studie - Seelische Erkrankungsrate in den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Großraum München" wurden in einem Buch veröffentlicht. Weitere Informationen hier


Versorgung älterer und / oder pflegebedürftiger wohnungsloser Männer und Frauen

Das Positionspapier der BAG W zu den Prinzipien einer normalitätsorientierten gemeindenahen Versorgung älterer und / oder pflegebedürftiger wohnungsloser Männer und Frauen finden Sie auf der Homepage der BAG W


Regionaler Knoten Hamburg veröffentlicht neue Broschüre

"Sterbende Menschen begleiten" - Krankheit, Tod und Trauer bei Menschen ohne Wohnraum
ein gesellschaftliches Tabuthema


Auszug aus der Ausschreibung:

"Was ist zu tun, wenn ein schwer kranker, wohnungsloser Mensch sich nicht im Krankenhaus behandeln lassen will? Wenn kein Haus- oder Facharzt bereit ist, die Einrichtung aufzusuchen? Wie geht man damit um, wenn ein wohnungsloser Mensch in der eigenen Einrichtung stirbt?

Diese und viele andere Fragen beantwortet diese Broschüre. An Hand von Praxisbeispielen schildert sie authentisch und anschaulich, mit welchen Herausforderungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe konfrontiert werden und wie sie diese meistern können. Zugleich übt diese Broschüre Kritik am bestehenden Gesundheitssystem, das auf die Bedürfnisse kranker, wohnungsloser Menschen nicht oder unzureichend ausgerichtet ist und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf, wie es weiterentwickelt werden könnte."

Download hier


Krankenversicherungsschutz für wohnungslose Menschen

Mit der Gesundheitsreform 2007 hat der Gesetzgeber die Krankenversicherungspflicht neu geregelt.

Wer bisher nicht oder nicht ausreichend krankenversichert war, ist seit April 2007 wieder automatisch Mitglied bei der Krankenkasse, die ihn zuletzt versicherte. Seit diesem Zeitpunkt kann wieder jeder Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch nehmen, muss dafür jedoch auch Beiträge zahlen.

Wichtig ist jedoch: Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung stellt nicht nur ein Recht dar, sondern auch eine Pflicht. Jeder Wohnungslose, der am 1.4.2007 ohne ausreichenden Versicherungsschutz war und zuvor zuletzt gesetzlich krankenversichert war, ist seit diesem Zeitpunkt per Gesetz wieder Mitglied seiner letzten gesetzlichen Krankenkasse. Er muss sich allerdings bei dieser Krankenkasse melden und eine Krankenversicherungskarte ausstellen lassen, um Leistungen einfordern zu können. Viele wohnungslose Menschen wissen das jedoch nicht.

Wir bitten deshalb die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen vor Ort, wohnungslose Menschen auf ihrem Weg zum Versicherungsschutz zu unterstützen, da die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung oft mit Problemen verbunden ist. So fordern teilweise Krankenkassen seit April 2007 nicht gezahlte Beiträge nach. Wohnungslose Menschen können diese Nachforderung in der Regel jedoch nicht bezahlen.

Hier können Sie die Orientierungshilfe zum Krankenversicherungsschutz, [235 KB] die vom Deutschen Caritasverband erstellt wurde, herunterladen. Die Orientierungshilfe enthält Ausführungen zur Frage, welche Personen versichert sind und was in der Praxis zu tun ist, wenn die Krankenkasse von wohnungslosen Menschen Beitragsnachforderungen verlangt. Insbesondere die im Anhang beigefügten Musterschreiben sind hilfreich, um beispielsweise einen Antrag auf Erlass der Beiträge zu stellen.


Handreichung zu Fragen aus dem Gebiet der Krankenversicherung


Die Handreichung, in der Problemlagen aufgegriffen werden, mit denen sich die Wohnungslosenhilfe häufig auseinandersetzen muss, finden Sie auf der Hompage der BAG W.
Es wird die Rechtslage dargestellt und Lösungsmöglichkeiten angeboten.


   

Weiterführende Literatur  
  Altern in Armut und Wohnungslosigkeit

Kumulative Dissertationsschrift, vorgelegt an der UMIT-Universität, Hall in Tirol, 2010
von Detlef Brem