Rückblick - Dokumentation


Die Fachtagung am 27.10.2009 in Nürnberg
, die auch in den Medien Beachtung fand, beschäftigte sich mit dem Thema Integration wohnungsloser Menschen in den Arbeitsmarkt.

Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Einrichtungen und Diensten der Wohnungslosenhilfe, aber auch Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Argen sowie Interessierte aus der Fachöffentlichkeit informierten sich am Vormittag über vorgestellte Hilfeansätze. Veranstalter waren der Caritasverband Nürnberg und die Stadtmission Nürnberg in Kooperation mit der Koordination Wohnungslosenhilfe Nordbayern.

In seinem Eingangsreferat forderte der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Herr Dr. Specht, eine Neuorientierung in der Arbeitsmarktpolitik mit individuell ausgerichteten Hilfen. Das Leitbild Fordern und Fördern reiche auf Dauer nicht aus. Es bedürfe einer breiten Anstrengung der Parteien, der Gewerkschaften und der Spitzen- und Fachverbände der Freien Wohlfahrtspflege, um über das Notprogramm von 1- Euro- Jobs hinaus eine Strategie für die langfristig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenen Menschen zu entwickeln. Hier können Sie den Vortrag von Herrn Dr. Specht downloaden [73 KB]
Beachten Sie auch das aktuelle Positionspapier der BAG Wohnungslosenhilfe e.V., das in der Zeitschrift „wohnungslos“ Ausgabe 4. Quartal 2009 unter dem Titel „Beteiligung von Menschen in Wohnungsnot und in besonderen sozialen Schwierigkeiten am Arbeitsleben – Arbeitsmarktpolitisches Programm der BAG Wohnungslosenhilfe e.V.“ veröffentlicht wurde.

Frau Martina Gorski von der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern, die in Ihrem Vortrag den wohnungslosen Bürger als „besonderen“ Kunde im SGB II bezeichnete, betonte, dass es als eine hochrangig gesellschaftspolitische Aufgabe anzusehen sei, diesen Bürgerinnen und Bürgern die Chance zu geben, wieder eigenständig ohne Transferleistungen am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Die den Vortrag begleitende Präsentation können Sie hier [40 KB] als pdf-Datei herunter laden.

In einem weiteren Vortrag stellte Frau Margarethe July vom Kölner Amt für Soziales und Senioren das Modell „Reso-Dienste Köln“ ihrer Stadt vor: In diesem eigens eingerichteten Dienstleistungszentrum stehen die psychosozialen Umstände und die individuellen Bedürfnisse wohnungsloser Arbeitsloser im Vordergrund.
Weitere detaillierte Informationen hier. [150 KB]


Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wahlweise in 6 Workshops über bereits bestehende Hilfeangebote informieren. Themen im Einzelnen waren:


Workshop 1: Persönliches Coaching für wohnungslose Frauen [mehr]
Workshop 2:
Angebote für Junge Menschen [mehr]
Workshop 3:
Beschäftigungsorientierte Hilfen für Wohnungslose nach dem SGB II [mehr]
Workshop 4:
Teilstationäre Hilfen für wohnungslose Menschen in Nordrhein-Westfalen [mehr]
Workshop 5:
Obdachlos - wohnungslos - ein Problem für die Sicherheit?! [mehr]
Workshop 6:
„allerhand - aus zweiter Hand“ Beschäftigungsprojekt und „Arbeit - was sonst?!“ [mehr]


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Podiumsdiskussin von links nach rechts: Günther Raddant, Dieter Maly, Gabriele Koszanowski, Stephan Sohr, Evelyn Kenner, Dr. Thomas Specht

Den Abschluss der Tagung bildete eine Podiumsdiskussion, moderiert von Stephan Sohr, stellvertretender Chefredakteur der Nürnberger Zeitung.
Den Fragen des Moderators stellten sich dort Frau Evelyn Kenner, Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern, Frau Gabriele Koszanowski, Stadtmission Nürnberg e.V., Dr. Thomas Specht, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V., Dieter Maly, Stadt Nürnberg und Günther Raddant, ARGE Nürnberg.
Der Diskussionsbogen spannte sich von den vielfältigen Vermittlungshindernissen, die bei Wohnungslosen zu berücksichtigen sind, über die Forderung nach einem dritten Arbeitsmarkt für diese Menschen bis hin zu der Feststellung, dass das vorhandene Hilfespektrum im SGB II noch nicht ausgenutzt werde.